★ 4,8 App-Store-Bewertung | Vertraut von mehr als 25.000 Muslimen | Kostenlos für iPhone und Android

Die Geschichte von Qarun

Reichtum und Hochmut

Hören Sie die erste Minute

Transkript dieser Minute

Qarun, der Mann, der seinen Herrn vergaß. Qarun, in manchen Überlieferungen als Korach bekannt, war ein Mann aus dem Volk von Musa, Friede sei mit ihm. Allah hatte ihm Schätze verliehen, die so gewaltig waren, dass allein die Schlüssel zu seinen Schatzkammern eine Gruppe starker Männer belasten würden. Sein Reichtum war legendär, jenseits aller Vorstellung, aber anstatt dem Einen Dankbarkeit zu zeigen, der ihn segnete, wurde Qarun arrogant und rebellisch. Sein Volk erinnerte ihn: „Frohlocke nicht! Wahrlich, Allah liebt die Frohlockenden nicht.“ …

Der Anfang der deutschen Erzählung in der Qissah-App. Die ganze Geschichte gibt es in 8 Sprachen.

In der App weiterhören

Erleben Sie die ganze Geschichte von Qarun mit professioneller Erzählung und stimmungsvollen Hintergrundklängen.

Professionelle Erzählung 8 Sprachen Atmosphärische Klänge
In der Qissah-App anhören

Die wichtigsten Lehren aus dieser Geschichte

  • Reichtum ist eine Prüfung, kein Zeichen von Allahs Wohlgefallen – Qaruns gewaltige Reichtümer waren kein Lohn für Rechtschaffenheit, sondern eine göttliche Prüfung. Allah prüft die Menschen mit Überfluss ebenso wie mit Mangel. Der Koran macht deutlich, dass materieller Reichtum nie ein Maßstab für den geistigen Rang ist. Wer mit Reichtum gesegnet ist, muss ihn weise einsetzen – für Wohltätigkeit, für gute Werke und für das Streben nach dem Jenseits –, sonst droht ihm dasselbe Schicksal wie Qarun.
  • Hochmut und Selbstzuschreibung führen ins Verderben – Qaruns verhängnisvoller Fehler war seine Erklärung: „Es ist mir nur gegeben worden aufgrund von Wissen, das ich besitze“ (28:78). Indem er Allahs Gaben seinen eigenen Fähigkeiten zuschrieb, beging er zugleich die Sünde des Hochmuts und der Undankbarkeit. Das lehrt uns, dass jede Fähigkeit, jede Gelegenheit und jeder Erfolg letztlich von Allah kommt – und wer das Verdienst allein für sich beansprucht, begeht eine Form von Schirk, wenn nicht in der Lehre, so doch in der Haltung.
  • Der ausgewogene Umgang mit dem Diesseits – Der Rat von Qaruns Volk fasst die ausgewogene Weltsicht des Islam zusammen: „Trachte mit dem, was Allah dir gegeben hat, nach der jenseitigen Wohnstätte, vergiß aber auch nicht deinen Anteil am Diesseits“ (Koran 28:77). Der Islam verlangt weder Armut noch Askese; er verlangt vielmehr, dass man Reichtum rechtmäßig erwirbt, großzügig ausgibt und ihn nie selbst zum Gegenstand der Anbetung macht.
  • Die Pflicht zu raten und zu warnen – Qaruns Gemeinschaft schwieg nicht, als sie seine Maßlosigkeit sah. Sie erhob ihre Stimme, erinnerte ihn an seine Pflichten und warnte ihn vor den Folgen. Das veranschaulicht das islamische Prinzip der Nasiha (aufrichtiger Rat) und die gemeinsame Verantwortung, das Gute zu gebieten und das Schlechte zu verwehren – auch wenn der Übeltäter mächtig und reich ist.
  • Die Schnelligkeit der göttlichen Gerechtigkeit – Allahs Strafe für Qarun kam augenblicklich und vollständig. Die Erde verschlang ihn ohne Vorwarnung, und niemand konnte ihn retten. Das lehrt, dass Allahs Geduld nie mit Billigung verwechselt werden darf. Er gewährt Aufschub, doch wenn Sein Beschluss kommt, kann kein Reichtum, keine Macht und kein menschliches Bündnis ihn auch nur einen Augenblick hinauszögern.

Historischer und theologischer Hintergrund

Qarun (Korach) wird im Koran vor allem in Sure Al-Qasas (28:76-82) erwähnt, wo seine Geschichte zu den anschaulichsten Beispielen göttlicher Gerechtigkeit gegenüber Hochmut und Undankbarkeit gehört. Er gehörte zur Zeit von Prophet Musa (AS) zu den Bani Israel, und einige klassische Gelehrte wie Ibn Kathir meinen, er sei möglicherweise ein Cousin von Musa gewesen. Sein Name erscheint auch in Sure Al-Ankabut (29:39) und Sure Ghafir (40:24), wo er zusammen mit Pharao und Haman als Beispiel für jene genannt wird, die die Wahrheit ablehnten und vernichtet wurden.

Der Koran beschreibt Qaruns Reichtum in anschaulichen Bildern, um sein gewaltiges Ausmaß zu vermitteln: „Und Wir gaben ihm solche Schätze, daß deren Schlüssel wahrlich eine schwere Last für eine (ganze) Schar kräftiger Männer gewesen wären“ (Koran 28:76). Klassische Tafsir-Gelehrte haben über Art und Umfang seines Reichtums diskutiert; einige Überlieferungen deuten an, er habe Kenntnisse der Alchemie oder Handelsgeheimnisse besessen, die ihn außerordentlich reich machten. Unabhängig von der Quelle richtet der Koran den Blick nicht darauf, wie er seinen Reichtum erwarb, sondern darauf, wie er damit umging – mit Hochmut statt Dankbarkeit, mit Horten statt Großzügigkeit.

Die Strafe des Verschlungenwerdens von der Erde (Khasf) ist der einzige Fall, in dem der Koran erzählt, dass die Erde tatsächlich jemanden verschlingt (an anderen Stellen wird dies nur angedroht, etwa in 67:16), und sie gehört zu den dramatischsten Formen göttlicher Vergeltung. Anders als Fluten, Feuer oder Stürme, die von oben vernichten, steht das Aufbrechen der Erde, die Qarun verschlang, dafür, dass gerade der Boden, auf dem er sein Reich errichtet hatte, zu seinem Grab wurde. Theologisch spiegelt diese Strafe seine Sünde wider: Er hing an der materiellen Welt, und so wurde die materielle Welt selbst zu seinem Untergang. Die Stellung der Geschichte in Sure Al-Qasas – die auch die Geschichten von Musa und Pharao enthält – schafft eine thematische Parallele zwischen politischer Tyrannei (Pharao) und wirtschaftlicher Tyrannei (Qarun), die der Koran beide gleichermaßen verurteilt.

Koranzitate nach der Übersetzung von Frank Bubenheim und Nadeem Elyas.

Häufig gestellte Fragen

Häufige Fragen zur Geschichte von Qarun

Wer war Qarun im Koran?

Qarun (in der biblischen Überlieferung als Korach bekannt) war ein Mann aus Bani Israel, dem Volk von Prophet Musa (AS). Allah schenkte ihm außergewöhnlichen Reichtum, doch er wurde hochmütig und schrieb sein Vermögen seinem eigenen Wissen zu statt der Großzügigkeit Allahs. Einige Gelehrte meinen, er sei möglicherweise ein Verwandter von Musa gewesen. Seine Geschichte wird ausführlich in Sure Al-Qasas (28:76-82) erzählt und ist eine eindringliche Warnung vor Hochmut und Undankbarkeit.

Wie reich war Qarun?

Qaruns Reichtum war so gewaltig, dass der Koran schon die Schlüssel zu seinen Schätzen als so schwer beschreibt, dass eine Schar kräftiger Männer Mühe gehabt hätte, sie zu tragen (Koran 28:76). Dieses anschauliche Bild vermittelt einen Reichtum jenseits aller menschlichen Vorstellung – nicht nur Gold und Silber, sondern riesige Schatzkammern, von denen jede ihren eigenen Schlüssel brauchte. Klassische Gelehrte haben seinen Reichtum als einen der größten beschrieben, die je ein einzelner Mensch in der Geschichte besaß.

Wie wurde Qarun bestraft?

Allah ließ die Erde Qarun mitsamt seiner ganzen Wohnstätte und all seinen Schätzen verschlingen. Der Koran sagt: „Da ließen Wir mit ihm und mit seiner Wohnstätte die Erde versinken. Und da hatte er weder eine Schar, die ihm vor Allah half, noch konnte er sich selbst helfen“ (Koran 28:81). Diese Strafe – Khasf genannt, das Verschlungenwerden von der Erde – kam augenblicklich und vollständig. Er verschwand mit allem, was er besaß, unter der Erde und wurde nie wieder gefunden.

Was ist die Lehre aus der Geschichte von Qarun?

Die wichtigste Lehre lautet: Reichtum ist eine Prüfung von Allah, kein Zeichen Seines Wohlgefallens und kein Lohn für persönliche Verdienste. Qaruns Hochmut, mit dem er behauptete, er habe seinen Reichtum durch sein eigenes Wissen erworben, führte zu seinem Untergang. Die Geschichte lehrt Muslime, für Gaben dankbar zu sein, ihren Reichtum mit Bedürftigen zu teilen und Erfolg nie allein dem eigenen Können zuzuschreiben, ohne Allahs Anteil daran zu sehen. Sie zeigt auch den ausgewogenen Weg des Islam: mit dem eigenen Reichtum nach dem Jenseits zu trachten, ohne den eigenen Anteil am Diesseits zu vernachlässigen.

Gehörte Qarun zum Volk von Musa?

Ja, der Koran sagt ausdrücklich, dass Qarun zum Volk von Musa (AS) gehörte: „Gewiß, Qarun gehörte zum Volk Musas“ (Koran 28:76). Er war ein Israelit, der zur Zeit von Prophet Musa lebte. Einige Gelehrte, darunter Ibn Kathir, erwähnen, er sei möglicherweise ein Cousin von Musa gewesen. Obwohl er zu dem auserwählten Volk gehörte, das Allahs Wunder durch Musa miterlebte, ließ Qarun sich von seinem Reichtum verderben und von Dankbarkeit und Gehorsam abbringen.

Erleben Sie alle 47 Koran-Geschichten

Laden Sie Qissah herunter – für professionell erzählte Geschichten, den vollständigen Koran, einen islamischen KI-Assistenten und täglichen Dhikr.

Kostenlos im App Store herunterladen
QR-Code zum Herunterladen von Qissah

Am Computer?
Scannen Sie den Code mit Ihrem Smartphone, um Qissah kostenlos auf iPhone oder Android zu laden.

Qissah herunterladen